SPD Arbeitsgemeinschaft und Fraktion.

der Verbandsgemeinde Ruwer.

16. April 2015

Fraktion Aktuell

Antrag für den Schulneubau Osburg

Die SPD-Fraktion stimmt für den Neubau der Grundschule Osburg.

Gründe:

Ich möchte kurz in Erinnerung rufen warum wir heute über eine Millionen schwerere Entscheidungen ringen:

Seit 1998 ist bekannt das Regenwasser hinter die Fassadenplatten im Büstungsbereich der Schule Osburg läuft. 14 Jahre später werden von einem Ingenieurbüro Sofortsicherungsmaßnahmen am Gebäude C vorgeschlagen. Sie stellen eine stark fortgeschrittene Erosion an den Halterungen der Platten fest. Das Büro führt aus „…die gesamte Fassade befindet sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand mit deutlichen Sanierungsstau“.

Erinnern wir uns das beabsichtigt war die Schule in einem mehrjährigen Verfahren in verschiedenen Stufen bei der Durchführung ab Sommer 2014 zu sanieren. Berechnete Kosten dafür 3.2 Mio. Euro.

Die Kosten erschienen uns zu diesem Zeitpunkt bereits fragwürdig. Es drängt sich zu diesem Zeitpunkt bereits die Frage einen Neubau intensiver zu prüfen, da wir von weiteren Kostensteigerungen ausgehen mussten.

Da wir von einer „Haushörigkeit“ bei den Berechnungen durch unsere Verwaltung ausgingen wurde ein externes Büro mit der Berechnung beauftragt.

Die Berechnungen wurden dem Rat im Juli 2014 vorgestellt. Die Sanierung sollte demnach rund 5 Mio. kosten und ein Neubau liegt noch einmal 1,7 Mio. darüber.

Nach dem wir die vorgelegten Zahlen der beiden Varianten geprüfte hatten kamen wir zu der Überzeugung dass diese unvollständig, Fehlerhaft und in dieser Form nicht vergleichbar sind. Wir haben eine Kostenberechnung in Auftrag gegeben um die Zahl miteinander ordentlich vergleichen zu können.

Die Entscheidung wurde vertagt. Heute liegen uns diese Zahlen immer noch nicht vor.

Wieso können wir aber heute zu einer Endscheidung kommen?

Was wir nach einem Besuch bei einer vergleichbaren Schule in Koblenz die neu gebaut, wissen ist, dass ein Neubau günstiger zu realisieren ist als eine Sanierung.

Wir haben die Überzeugung, dass die Baukonstruktion des alten Gebäudes zwar grundsolide sein mag, sie verursacht auf lange Sichtdeutlich mehr Unterhaltungskosten. Wir würden uns bei einer Sanierung über 600 qm mehr Fläche leisten als wir brauchen.

Die Bewältigung der über viele Jahre hinweg auf einen Betrag von mehreren Millionen Euro angewachsenen Sanierungsrückstandes in unserer VG kann nur gelingen wenn wir langfristig die Unterhaltungskosten senken, die dann auch für die zeitgemäße Energieeffizienz Bauen genutzt werden können.

– Raumluft

Ein weiterer Aspekt den wir zu berücksichtigen haben ist dass bei der Sanierung von Schulen häufig nur energetische Aspekte berücksichtigt werden wodurch sich die Raumluftqualität in Klassenzimmern meist markant verschlechtert. Dabei ist aus mehreren Studien bekannt, dass schlechte Luft Lernen und konzentriertes Arbeiten erheblich beeinträchtigt. Die Lüftungstechnik ist zwar berücksichtigt kann aber nach meiner Auffassung nicht als ausreichende betrachtete werden.

– Räumliche Situation und Lernumfeld

 

Verschiedenen Stimmen haben in den Sitzungen vertreten, die alten Klassenräume sind pädagogisches Wertvoller und besser sind als neue Räume.

Die Realität ist aber eine andere. In einer Klasse haben wir heute Schüler mit unterschiedlichen Leistungsstandards. Im Zuge der Inklusion aber auch Kinder mit Handicaps die zusätzliche Förderung beanspruchen. Die Arbeit erfolgt in kleinen Lerngruppen und Räumen. Große Räume sind hier nicht vorteilhalt.

Eine funktionale und gut gestaltete Schule als lebenswerter Ort des Lernens ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Vorbereitung auf Ausbildung, Studium und Beruf. An einer zeitgemäßen Gestaltung von Schulgebäuden lässt sich nach unserer Überzeugung ablesen, welchen Stellenwert wir der Bildung und Erziehung beimessen.

Es gibt noch viel weiter Argument und sie können mir vielleicht zustimmen wenn ich sage: Aus einem alten VW-Käfer Bj. 1960 machen Sie keinen modernen Sportwagen mehr!

Verwundert bin ich über die Haltung der Verwaltung. Die sich störrisch wie ein alter Esels trotz der Vielzahl von Gründen gegen einen Neubau stellt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie uns in unserer Argumentation folgen könnten.

Wir sind einstimmig für einen Neubau.

Dieser steht zwar nicht unmittelbar mit der Schulstandortdiskussion in Verbindung aber wir sind den Eltern von anderen Grundschulstandorten vor dem Hintergrund einer solch großen Investition eine Antwort schuldig.

Die SPD-Fraktion beantragt:

Der Rat möge den Neubau der Grundschule Osburg beschließen. Dies setzt voraus, dass das Schulkonzept der VG bis Ende Juni verabschiedet wird. Die Verwaltung wird beauftragt dazu alle nötigen Schritte einzuleiten.